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unsere Golden Retriever ....
Vor etwa 15 Jahren begann unsere grosse Liebe zum Golden Retriever. Nachdem wir zuvor seit unserer Kindheit mit vielen Hunden unterschiedlicher Rassen zusammenlebten, haben wir mit dem Golden die, nach unserer Ansicht aussergewöhnlichste und liebenswerteste Hunderasse überhaupt kennenlernen dürfen. Diese Ansicht ist natürlich von persönlichen Vorlieben geprägt aber für uns vereinigt der Golden so viele angenehme Eigenschaften in sich wie wir dies bis dahin bei keiner andern Rasse erfahren haben.
Zu den speziellen Rassemerkmalen und Standards gibt es zahlreiche gute und ausführliche Seiten im Netz so dass wir hier auf eine Wiederholung gerne verzichten. Besonders hingewiesen sei in diesem Zusammenhang auf die Webseite des "Deutschen Retriever Club, (DRC)".
Wir möchten an dieser Stelle vielmehr einige ganz persönliche und für uns wesentliche Erfahrungen mit unseren Tieren schildern um interessierten Menschen einen eher "privaten" Einblick in das Zusammenleben mit Golden Retrievern zu geben (...vielleicht auch um einigen, häufig verbreiteten Unrichtigkeiten über Golden Retriever zu widersprechen) .
Unser Zusammenleben mit Golden Retrievern, ihr Sozialverhalten und ihre Bedürfnisse ... Um es gleich vorwegzuschicken, den einen, immer gleichen Retriever-Charakter gibt es nicht. Jeder Hund ist anders und durch vielfältigste Einflüsse geprägt. Diese Individualität eines jeden Hundes wird uns durch unserere eigenen Hunde jeden Tag aufs neue sehr anschaulich. Aber auch züchterisch ist der Golden inzwischen so bearbeitet, dass das Spektrum vom trägen Sofahund bis hin zum energiegeladenen Jagd-Gebrauchshund aus reinen Field-Trial-Linien reicht. Dies macht es für Retrieverinteressenten, insbesondere Erstkäufer nicht gerade einfacher, aber damit gilt es sich auseinanderzusetzen, wenn man tatsächlich seinen Wunschhund erhalten will. Diese Bandbreite ist sicher z.T. berechtigt und natürlich auch der ebenso vielfältig motivierten Nachfrage geschuldet. Angesichts der Anzahl der alleine in Deutschland gezüchteten Welpen ist klar, dass nur ein verschwindend geringer Teil der Tiere jagdlich geführt werden kann. Dennoch finden wir es doch zumindest bedenklich, dass man heute Retriever antrifft, deren jagdliche Anlagen kaum noch zu erkennen sind. Wir jedenfalls mögen den ursprünglichen Retrievertyp mit ausgeprägten Arbeitsmerkmalen, “will to please, guter Nase, style, und viel, viel Temperament.  Unsere Hunde leben im Haus und sind hier überaus freundlich und zurückhaltend, an manchen Tagen kaum zu bemerken. Der Golden Retriever strahlt im häuslichen Umfeld eine souveräne Ruhe aus. Ohne auch nur den Kopf von seiner Ruhestätte zu erheben kann er seinem aufmerksamen Menschen mit einem Augenaufschlag mitteilen, dass es an der Zeit ist sich die Beine zu vertreten. Nach der morgendlichen Begrüssung , das ist in unserem Fall ein in bester Absicht und dem ausgeprägten rassetypischen Bringtrieb folgend, angeschlepptes Geschenk wie z.B. Schuhe, Kindersocken, Spielzeug o.ä. und die darauffolgende Belohnung in Form einer kleinen Streicheleinheit ziehen sich unsere Hunde vornehm zurück und beobachten dösend das hektische Treiben. So richtig wach werden sie erst wenn spürbar wird, dass jetzt die Hunde an der Reihe sind. Der erste Spaziergang des Tages! Die Tiere sind wie ausgewechselt und für uns ist es auch heute noch immer wieder faszinierend welchen Kontrast die fast unerschütterliche Gelassenheit im Haus einer fast explosionsartigen Dynamik und Agilität draußen und bei der Arbeit darstellt. Erst hier kann man erahnen was das vielzitierte Wort "Arbeitsfreude" im Zusammenhang mit Retrievern bedeutet. Die Hunde preschen über die Wiesen und man spürt deutlich Ihre Enttäuschung und Unverständnis wenn die Zeit es einmal nicht zulässt das eine oder andere Dummy zu arbeiten. Wirklich befriedigt und erfüllt erscheinen uns die Hunde nur in der Arbeit. Hier wird Ihre Bestimmung und Ihre Passion deutlich. Der Retriever ist ein Hund für die Arbeit, ganz gleich ob dies nun tatsächlich der jagdliche Einsatz oder eine sportliche Betätigung ist. Erst in zweiter Linie soll er Familienhund, Freund der Kinder, Schmusetier, Ausstellungs- oder Zuchthund sein. Diese Tiere brauchen eine Aufgabe, ohne die eine wirklich wesensgemäße Haltung unserer tiefsten Überzeugung nach nicht möglich ist. Auch bei uns gibt es Phasen in denen die Hunde zurückstecken müssen aber uns plagt dabei stets ein schlechtes Gewissen. Der Golden leidet stumm und ohne dabei je seine freundliche und liebevolle Art zu verlieren!
 Dem Golden wird Leichtführigkeit nachgesagt und das ist tatsächlich so. Er besitzt einen ungewöhnlich stark ausgeprägten Willen seinen Rudelführern zu gefallen und reagiert hierbei sehr sensibel auf Strafen oder Ungerechtigkeiten. Wir teilen nicht die Ansicht dass der Golden deswegen ein sogenannter “Anfängerhund” ist. Im Gegenteil, es gehört sehr viel Feingefühl und Erfahrung dazu um einen solch sensiblen Hund nicht zu verderben. Wenn wir ehrlich sind und genau hinsehen erkennen wir immer wieder Reaktionen unserer Tiere, die eindeutig auf Fehler in der Ausbildung zurückzuführen sind. Hier bewirken die ungeheuer “feinen Antennen” in Verbindung mit der Friedfertigkeit und ihrem “will to please” dass Fehler oder Grobheiten im Umgang mit den Golden Retrievern von unerfahrenen Menschen oft erst erkannt werden wenn Korrekturen nur mehr schwer möglich sind.
Golden Retriever und Kinder ..., Der Golden ist nach unserer Erfahrung nicht kinderfreundlicher als andere ordentlich sozialisierte Hunde. Unsere Kinder sind mit drei Retrievern aufgewachsen und, zumindest in der Kleinkinderzeit standen sich Kinder und Hunde trotz engem Kontakt mehr oder minder gleichgültig gegenüber. Golden Retriever zeigen durchaus die Grenzen Ihrer Belastbarkeit an, auch Kindern gegenüber. Es blieb hierbei nach unseren Beobachtungen jedoch immer bei einer Warnung . Golden Retriever gehören aber sicherlich zu den freundlichsten und friedfertigsten Hunden überhaupt, was nicht bedeutet, dass der Golden im Ernstfall nicht wehrhaft ist, die Hemmschwelle ist jedoch deutlich höher als bei den meisten anderen Rassen. Golden Retriever sind fressgierig und lassen, insbesondere, wenn mehrere Hunde gehalten werden ausgeprägten Futterneid erkennen. Das Fressen nimmt hier also eine Sonderstellung ein, in der unsere Hunde auch untereinander gelegentlich einmal Ärger bekommen. Einen Schutztrieb kennt der Golden nicht.
Golden Retriever in der Wohnung ... bedeutet zunächst einmal, dass sich eine unvergleichliche Atmosphäre alleine durch die souveräne, ruhige Ausstrahlung der Hunde einstellt. Es bedeutet auch immer einen aufmerksamen Freund an der Seite zu haben und die theoretische Möglichkeit den Fernseher endlich abzuschaffen. Leider bedeutet es auch Haare, Haare, Haare, täglich staubsaugen und jede Menge Putzarbeit. Für uns steht fest, der Retriever und auch jeder andere Hund gehört zu seinen Bezugspersonen und das heisst in aller Regel er gehört ins Haus. Um Missverständnissen vorzubeugen: wir sind nicht gegen eingezäunte Hundeausläufe oder “Schmutzschleusen” im Aussenbereich wo Hunde zeitweise untergebracht werden können aber leben soll der Hund bei seinen Menschen.
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